Bipolare affektive Störungen

Bipolare affektive Störungen - Psychische Krankheiten / Erkrankungen

Auf dieser Seite finden Sie Informationen über die Bipolare affektive Störung. Nach dem veralteten psychoanalytischen Paradima ist sie eine Psychose, siehe unter Psychose. Bipolare Störungen werden dort auch manische Depressionen genannt.

Was ist eine Bipolare affektive Störung - Definition

Die Bipolare Störung oder Bipolare affektive Störung (manisch-depressive Störung oder Manische Depressionen) ist ein Wechsel zwischen Episoden von Manie und Depression (unter Depression), wobei die Intervalle dazwischen von wechselnder Dauer sind und mit der Zeit kürzer werden.

Unbehandelt kann diese Krankheit chronisch verlaufen, die Intervalle können sich verkürzen und die Problematik kann sich aufgrund von Folgeproblemen (Abbruch von Beziehungen, Verlust des Arbeitsplatzes, Geldprobleme, Drogenabhängigkeit) verschärfen. Mit zunehmendem Alter werden die Depressionsphasen häufiger und länger, so dass das Suizidrisiko steigt. Durch eine Therapie können Anzeichen für eine kommende Phase der Manie oder Depression frühzeitig erkannt werden und durch ein entsprechendes Verhalten (vor allem das Vermeiden von Stress, ausreichend Schlaf, Aufnahme von hilfreichen Kontakten) abgemildert oder sogar verhindert werden. Als Ursache für die Bipolare Störung werden mehrere Faktoren angenommen: genetische Disposition und biologische Faktoren im Zusammenhang mit Umweltfaktoren.

Verlauf von Bipolaren Affektiven Störungen

Die bipolare Störung wird in "Bipolar I" und "Bipolar II" unterteilt. Bipolar I: Auf eine manische Episode von 7 - 14 Tagen folgt mindestens eine depressive Episode (1 bis 2 % der Bevölkerung). Bipolar II: Auf eine depressive Episode von mindestens 14 Tagen , folgt mindestens eine Hypomanie (abgeschwächte Form der Manie) - ca. 4% der Bevölkerung. "Switching" (Polaritätswechsel), Ausdruck für den übergangslosen Wechsel zwischen Manie / Hypomanie und Depression. Zyklothymiaist ist einer abgeschwächten bipolaren affektiven Störung ähnlich: mindestens zwei Jahre leichte manische und depressive Schwankungen.

Bipolare affektive Störungen: Komorbidität

Begleiterkrankungen / Komorbidität:
Alkoholabusus, Medikamentenmissbrauch und sonstiger Drogenmissbrauch: häufigste Komorbidität. Oft treten auch Panikstörungen und Persönlichkeitsstörungen (mehr zu Persönlichkeitsstörungen) zusätzlich auf.

Menschen mit bipolaren affektiven Störungen haben wie alle anderen an Depressionen Leidenden eine erhöhte Neigung Selbstmord zu begehen. Etwa 20 % begehen Selbstmord (siehe auch Selbstmord). Wobei die Selbstmord-Rate höher wird je länger die bipolare Störung andauert.

Siehe auch Einteilung nach ICD-10 Bipolare Störung.

Literatur zum Thema Bipolare affektive Störung

Bipolare Störungen ( manisch-depressive Erkrankungen). Ratgeber für Betroffene und Angehörige
von Rosa Geislinger, Heinz Grunze; Leben mit bipolaren Störungen von Peter Bräunig, Gerd Dietrich: Bipolare Störungen

Bipolare affektive Störungen. Ursachen und Behandlung von Jörg Walden, Heinz Grunze; Bipolare Störungen. Manie und Depression erkennen und behandeln von Thomas Bock, Andreas Koesler: Bipolare affektive Störungen



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(c) by Dipl.-Psych. Christian Hilscher (2006)


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