Geisteskrankheiten

Geisteskrankheit - Begriffsklärung

Folgende Erläuterungen zur Geisteskrankheit sind teilweise nicht mehr aktuell oder veraltet, und nicht mehr anwendbar, aber teilweise sehr lehrreich und trotzdem anwendbar. Auch wenn der Begriff der Geisteskrankheit anderen Begriffen Platz gemacht hat, hat sich der Inhalt doch teilweise nicht geändert. Eine moderne Übersicht finden Sie unter Psychische Krankheiten.

Geisteskrankheit - Definition

Definition - Geisteskrankheiten - Einteilung Geisteskrankheit - Ursachen Geisteskrankheit - Statistik Geisteskrankheiten - Behandlung Geisteskrankheit



Geisteskrankheiten (Seelenstörungen, Gemütskrankheiten, Psychosen (siehe auch Psychose), psychische Krankheiten), diejenigen Krankheiten, welche sich durch Störungen im Gebiet der Sinneseindrücke, des Vorstellens, Wollens oder Handelns kundgeben. Da alle Thätigkeiten, welche man vom philosophischen Gesichtspunkt aus dem "Geist" oder der "Seele" zuschreibt, von dem Zentralorgan des Nervensystems und speziell von der grauen Substanz der Großhirnhemisphären geleistet werden, so müssen wir auch die krankhaften Abweichungen dieser Verrichtungen von der Norm als Symptome dafür betrachten, daß die genannten Zentralstellen des Gehirns krankhafte Veränderungen erfahren haben.

Bei einem Teil der Geisteskrankheiten werden diese anatomischen Veränderungen so bedeutend, daß man schon mit bloßem Auge, z. B. an den verdickten Gehirnhäuten eines Alkoholtrinkers oder an der geschrumpften Hirnsubstanz eines an paralytischer Geisteskrankheit Verstorbenen, mit Sicherheit Rückschlüsse auf diejenigen Krankheitserscheinungen machen kann, welche bei Lebzeiten an diesen Kranken beobachtet wurden.

In andern Fällen führt erst eine feine mikroskopische Untersuchung zur Erkenntnis von Strukturveränderungen in diesem überaus komplizierten Organ; in einer dritten Reihe von Geisteskrankheiten, sowohl solchen, welche durch eine gesteigerte Erregung (Tobsucht, Epilepsie), als auch solchen, welche durch Depression ausgezeichnet waren, wie Hypochondrie (s. Hypochondrie), Melancholie (s. Melancholie), war es bislang nicht möglich, bestimmte materielle Anomalien nachzuweisen. Dennoch ist es unzweifelhaft, daß die Geisteskrankheiten auf krankhaften Veränderungen des Gehirns beruhen, mithin Gehirnleiden sind, ebenso wie die schmerzhaften Neuralgien durch Veränderungen der Nervenfasern bedingt werden, obwohl diese Veränderungen in beiden Fällen erst dann anatomisch nachzuweisen sind, wenn die nervöse Substanz bereits zerfallen und zu Grunde gegangen ist.
Meyers Konversations-Lexikon, 3. Auflage von 1878

Dieser Text darf nicht zur Selbstdiagnose verwendet werden, und ersetzt auf keinen Fall den Besuch beim Arzt, Psychologen oder Psychotherapeuten.



Psychologische Beratung
Inhaltsverzeichnis







Logotherapie
Impressum



Streß Immunsystem
Nervenschwäche


Stichwörter: Geisteskrankheiten
Behandlung-Diagnosen-Hinweis
Copyrighthinweis