EpilepsieEpilepsie - Heilung, Behandlung, TherapieMeyers Konversationslexikon zu: Epilepsie. Folgende Erläuterungen zur Epilepsie sind teilweise nicht mehr aktuell oder veraltet, und vielleicht nicht mehr anwendbar, aber teilweise sehr lehrreich (und trotzdem anwendbar).Epilepsie - Behandlung, Therapie, Heilung
Mehr zur Epilepsie, Symptome EpilepsieEpilepsie Vollständige Heilung scheint ein seltener Ausgang der Epilepsie zu sein. Je bestimmter eine angeborne Anlage oder eine Texturerkrankung des Gehirns als Ursache der Epilepsie anzusehen ist, je länger die Krankheit dauert, je heftiger und häufiger ihre Anfälle sind, je stärker der Eindruck ist, den sie hinterlassen, um so geringer gestaltet sich die Aussicht auf Genesung. Wenn aber auch Epileptische nur selten vollkommen von ihrer Krankheit befreit werden, so sterben doch nur sehr wenige während eines Anfalles. Die Kranken gehen schließlich durch die Fortschritte des Gehirnleidens, auf welchem die Epilepsie beruhte, oder durch Verletzungen, die sie sich im Anfall zugezogen, und vorzugsweise durch interkurrente Krankheiten zu Grunde, die mit der Epilepsie in keinem nähern Zusammenhang stehen. Was die Behandlung der Epilepsie anbelangt, so gelingt es nur selten, der Krankheit dadurch entgegenzutreten, daß man die ihr zu Grunde liegenden Ursachen entfernt. Dies darf jedoch nicht abhalten, den ursachlichen Momenten und ihrer Beseitigung die größte Aufmerksamkeit zuzuwenden. So dürfen z. B. epileptische Kinder nicht durch den Schulunterricht übermäßig angestrengt werden, sondern sie müssen sich im Gegenteil viel im Freien aufhalten und spielend beschäftigt werden. Sorgfältig müssen geschlechtliche Exzesse, übermäßiger Alkoholgenuß u. dgl. vermieden werden. Ist Wurmreiz die wahrscheinliche Ursache der Epilepsie, so muß eine Kur gegen die Eingeweidewürmer eingeleitet werden. Als spezifische Mittel werden empfohlen und mit wechselndem Erfolg vielfältig angewendet: das Atropin, baldriansaures und blausaures Zink, salpetersaures Silberoxyd, der Baldrian, Artemisia vulgaris. Bei weitem das wirksamste Mittel ist das Bromkalium, welches in Mengen von 3-10 g täglich hindurch lange Zeit gebraucht werden muß und alsdann oft erstaunliche Besserungen zur Folge hat. Es ist übrigens auch in manchen Geheimmitteln der wirksame Bestandteil, sollte aber nur auf genaue ärztliche Vorschrift genommen werden.
Vgl. Herpin, Du pronostic et du traitement curatif de l'épilepsie (Par. 1852); Russel Reynolds, Epilepsie, ihre Symptome und Behandlung (deutsch von Beigel, Erlang. 1865); Echeverria, On epilepsy, anatomo-pathological and clinical notes (New York 1870); Nothnagel, Über den epileptischen Anfall (Leipz. 1872). Epilepsie bei TierenEpilepsie ist auch bei allen Haustiergattungen, selbst beim Geflügel, beobachtet worden und kommt am häufigsten bei Hunden vor. Bei Pferden wird sie in einigen Teilen Deutschlands als Gewährsmangel mit verschieden langer Gewährszeit in den Gesetzen besonders aufgeführt. Diagnostisch ist von der Epilepsie der Pferde der Gehe zu Schwindel (s. d.) zu trennen. Bei letzterm werden die Tiere auch plötzlich bewußtlos, aber es fehlen die klonischen Krämpfe (Zuckungen), welche neben dem Mangel an Bewußtsein den epileptischen Anfall stets begleiten. Die Epilepsie gilt als unheilbar. Versuchsweise werden ergiebige Aderlässe und die Verabreichung von Abführmitteln angewandt. Auch Bromkalium ist bei Pferden versucht worden.Meyers Konversations-Lexikon, 3. Auflage von 1878 Dieser Text darf nicht zur Selbstdiagnose oder Behandlung verwendet werden, und ersetzt auf keinen Fall den Besuch beim Arzt, Psychologen oder Psychotherapeuten. |
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