Massenpsychologie und Ich-Analyse

Massenpsychologie und Ich-Analyse von Sigmund Freud.

1921: Erscheinen von Sigmund Freuds Buch Massenpsychologie und Ich-Analyse.
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Massenpsychologie und Ich-Analyse.

von Sigmund Freud

Le Bon's Schilderung der Massenseele -- Andere Würdigungen des kollektiven Seelenlebens -- Suggestion und Libido -- Zwei künstliche Massen : Kirche und Heer -- Weitere Aufgaben und Arbeitsrichtungen -- Die Identifizierung -- Verliebtheit und Hypnose -- Der Herdentrieb -- Die Masse und die Urhorde -- Eine Stufe im Ich -- Nachträge.

„Der Gegensatz von Individual- und Sozial- oder Massenpsychologie, der uns auf den ersten Blick als sehr bedeutsam erscheinen mag, verliert bei eingehender Betrachtung sehr viel von seiner Schärfe.“
Sigmund Freud

Inhalt: Nach Totem und Tabu (1912/13) hatte Freud eine Zeitlang keinen größeren kulturhistorischen Beitrag mehr veröffentlicht. Die Erschütterung des Ersten Weltkriegs und die dadurch beschleunigten politischen Umbrüche in Europa haben dann offenbar sein Nachdenken über gesellschaftliche Phänomene erneut angefacht. Die beiden im vorliegenden Band zusammengefaßten berühmten Essays erschienen 1921 und 1927. Zupackend und unbefangen wendet Freud hier sein individualpsychologisches Wissen auf Kollektiverscheinungen an.
Bei der Analyse jener spezifischen seelischen Veränderungen, denen der einzelne unterliegt, sobald er Teil einer Masse wird – Affektsteigerung, Denkhemmung, hochgradiger Beeinflußbarkeit –, kommen Freud seine frühen Forschungen über Suggestion und Hypnose ebenso zugute wie die inzwischen aus der klinischen Arbeit gewonnenen Einblicke in Identifizierungs- ud Triebschicksale. Noch unmittelbarer, aber auch polemischer parallelisiert er in der anderen, der religionspsychologischen Arbeit beide Sphären: in der Entwicklung der Menschheit sei die Religion einer Kindheitsneurose vergleichbar, die – so prognostiziert er vernunftgläubig – zugunsten rationaler Wissenschaft eines Tages „mit der schicksalsmäßigen Unerbittlichkeit eines Wachstumsvorganges“ überwunden werde. Reimut Reiche zeigt in seiner so einfühlsamen wie souverän-kritischen Einleitung, worin die stupende Originalität dieser beiden Schriften besteht und was, gemäß moderner Kriterien, ihre Unzulänglichkeit ausmacht. Überdies führt er dem Leser vor Augen, was aus Freuds kulturhistorischem Projekt geworden ist, seit seinem Tode bis heute.

Autorenporträt:
Freud, Sigmund österreich. Arzt und Gelehrter *6.5.1856 Freiberg (Mähren), †23.9.1939 London; Traumdeutung, 1900; Veröffentlichung von Zur Psychopathologie des Alltagslebens, 1907; Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse, 1917; Massenpsychologie und Ich-Analyse, 1921; - Das Ich und das Es, 1923; Hemmung, Symptom und Angst, 1926; Das Unbehagen in der Kultur, 1927; Abriß der Psychoanalyse, 1938; Sigmund Freud, dessen Name untrennbar mit der von ihm begründeten Psychoanalyse verbunden ist, gehört zu den wohl bedeutendsten und weit über die Wissenschaft hinaus bekanntesten Gestalten des 20. Jahrhunderts. Nach seinem Studium an der Wiener medizinischen Fakultät war Freud Dozent und Titular-Professor (1902), wurde jedoch nie auf einen Lehrstuhl berufen. Umso wichtiger waren für Freud, der sich schon früh zur Psychopathologie hinwendete, Arbeit und Beobachtungen in seiner Privatpraxis. Dort beschäftigte er sich intensiv mit Hysterie und anderen Neuroseformen. Die hier gesammelten Erkenntnisse dienten ihm als Grundlage seines eigenen wissenschaftlichen Ansatzes, der von ihm zeit seines Lebens fortentwickelten Psychoanalyse als einer eigenen Behandlungs- und Forschungsmethode. Freud hat mit seinem Werk nicht nur zur Entwicklung und Verbreitung der Psychologie maßgeblich beigetragen; er hat ebenso Soziologie, Kulturanthropologie und Philosophie inspiriert und beeinflusst. In diesem weiteren Sinne ist Freud zu den bedeutendsten Denkern zu zählen, die die conditio humana in der Moderne auf den Begriff gebracht haben. Freud starb kurz nach seiner Emigration (1938) in London. C.S. Biografie: P. Gray, Freud. Eine Biografie für unsere Zeit, 1995; H.-M. Lohmann, Sigmund Freud.
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(c) by Dipl.-Psych. Christian Hilscher (2006)


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