Kognitive Verhaltenstherapie

Verhaltenstherapie ändert Gehirn

Autor: Dipl.Psych. Christian Hilscher, Copyright

'Gesprächstherapie' ändert Gehirnaktivitäten

Psychotherapie löst Änderungen in den Gehirnen von Menschen mit sozialer Angststörung aus, findet eine neue Studie heraus.

Medikation und Psychotherapie werden verwendet, um Leute mit sozialer Angst, einer verbreiteten Störung bei der die Leute überwältigende Furcht erfahren mit anderen zu interagieren und beurteilt zu werden, zu behandeln. Aber es hat viel weniger Forschung über die neurologischen Wirkungen von Psychotherapie (Gesprächstherapie) als über medikationinduzierte Gehirnänderungen gegeben.

Die neue kanadische Studie beinhaltete 25 Erwachsene mit sozialer Angststörung, die 12 wöchentliche Sitzungen von kognitive Verhaltenstherapie (in einer Gruppe) machten, welche dazu bestimmt ist, die ungesunden Denk-Muster der Patienten zu identifizieren und zu ändern.

Diese klinischen Gruppenpatienten wurden mit zwei Kontrollgruppen verglichen, die eine äußerst hoch und die andere niedrig auf Symptome der sozialen Angst in Tests reagiert hatten, aber keine Psychotherapie erhielten. Alle Teilnehmer machten eine Serie von Elektroenzephalogramm-Untersuchungen (EEGs) mit, welche die elektrischen Interaktionen im Gehirn messen. Die Forscher konzentrierten sich auf das Maß der Deltabetaverbindung, die mit steigender Angst zunimmt

Vor der Behandlung waren die Deltabetakorrelationen der klinischen Gruppe jenen der höheren Angstkontrollgruppe ähnlicher und viel höher als jenen der niedrigeren Angstkontrollgruppe. Auf dem halbem Weg der Psychotherapie gemessen, passten die Verbesserungen in den Gehirnen der Patienten zu den Symptomverbesserungen, die sowohl von den Ärzten als auch den Patienten berichtet worden. Nachdem sie die Psychotherapie beendeten, waren die EEG Ergebnisse der Patienten jenen der niedrigeren Angstgruppe ähnlich.

Die Studie wird in einer bevorstehenden Ausgabe der Zeitschrift Psychological Science veröffentlicht.

"Laien tendieren dazu zu denken, dass Gesprächstherapie nicht 'real' ist, während sie Medikationen mit harter Wissenschaft und physiologischer Änderung verbinden", sagt der führende Autor der Studie Vladimir Miskovic, ein McMaster Universität Doktorkandidat in einer Pressemitteilung der Association for Psychological Science. "Aber am Ende des Tages muss die Wirksamkeit jedes Programms vom Gehirn und dem Nervensystem vermittelt werden. Wenn sich das Gehirn nicht ändert, gibt es keine Änderung in Verhalten oder Emotion."
Quelle: European Journal of Neurology, Feb. 2011
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