Psychologie

Übersteigertes Selbstvertrauen

Autor: Dipl.Psych. Christian Hilscher, Copyright

Manchmal ist übersteigertes Selbstvertrauen keine schlechte Sache

Eine neue Forschungsstudie stellt fest, dass fehlerhafte Überzeugungen sich manchmal als nützlich erweisen können.

Forscher entdeckten, dass in einigen Situationen blindes Vertrauen in die Fähigkeit, Herausforderungen zu meistern oder Konflikte zu gewinnen, eine gute Sache sein kann.

Die Studie ist in der Zeitschrift Nature herausgegeben worden.

Die Forscher stellten fest, dass übersteigertes Selbstvertrauen tatsächlich genaue Beurteilungen/Untersuchungen in einer großen Vielfalt von Situationen schlägt, sei es im Sport, Geschäftsleben oder sogar im Krieg.

Jedoch kann diese aggressive Perspektive zu bedeutsamen Ausfällen oder Fehlentscheidungen führen. In der Studie führen die Autoren den finanziellen Zusammenbruch 2008 und den Irak Krieg 2003 als Beispiele dafür an, als äußerstes übersteigertes Selbstvertrauen fehlschlug.

Forscher von der Universität von Edinburgh und der University of California, San Diego verwendeten ein mathematisches Modell, um die Wirkungen des übersteigerten Selbstvertrauens über Generationen zu simulieren. Das Modell stellte übertrieben zuversichtlichen, genaues/angemessenes und solche mit weniger zuversichtlichen Strategien gegeneinander.

Die Forscher stellten fest, dass übersteigertes Selbstvertrauen häufig Belohnungen einbringt, solange die mit dem Konflikt verbundenen Belohnungen groß genug sind, verglichen mit den Kosten, die dafür aufgewendet werden müssen.

Im Kontrast dazu, geht es Leuten mit unvoreingenommenen, genauen Wahrnehmungen normalerweise schlechter.

Die Befunde unterstützen die Ansicht, dass über einem langen Zeitraum das evolutionäre Prinzip der natürlichen Zuchtwahl wahrscheinlich eine Ausrichtung auf übersteigertes Selbstvertrauen bevorzugt haben wird. Leute mit einer "bulish" (voranstürmenden) Mentalität würden vermutlich mehr Nachkommen erzeugen als jene mit einer reservierteren Perspektive.

Das evolutionäre Modell zeigte auch, dass übersteigertes Selbstvertrauen in Anbetracht von hohen Ungewissheit- und Risiko-Leveln am größten wird. Wenn wir unbekannten Feinden oder neuen Technologien gegenüber stehen, wird übersteigertes Selbstvertrauen eine noch bessere Strategie.

"Das Modell zeigt, dass übersteigertes Selbstvertrauen sich plausibel entwickeln kann in einem breiten Spektrum von Umwelten, wie auch in Situationen in denen es dann fehlschlägt. Die Frage ist jetzt, wie man menschliches übersteigertes Selbstvertrauen kanalisieren kann, so dass wir davon profitieren können, während wir die gelegentlichen Katastrophen vermeiden", sagte Forscher Dominic Johnson, Ph.D
Quelle: Nature, Sept. 2011
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