Psychopharmaka

Neuroleptika und Herzkrankheiten

Autor: Dipl.Psych. Christian Hilscher, Copyright

Neuroleptika: gefährlich für das Herz

Ärzte dürfen auch die physische Gesundheit von Menschen mit ernsten psychischen Störungen nicht vergessen, bei Einnahme antipsychotischer Medikamente (Neuroleptika), warnen Experten. Die Autoren eines Leitartikels in der 19.Februar Ausgabe von The Lancet bemerken, dass Patienten mit schwerwiegender psychischen Krankheit im Durchschnitt 16 Jahre weniger leben als die allgemeine Bevölkerung. Herzkrankheiten, nicht Selbstmord ist die Haupt-Todesursache dieser Patienten, und Neuroleptika sind ein Faktor.

Eine vor kurzem im Archives of General Psychiatry herausgegebene Studie fand heraus, dass Patienten, die ein antipsychotisches Medikament nahmen, 11 bis 13 Pfund innerhalb von sechs bis acht Wochen an Gewicht zulegten, nachdem sie begannen die Psychopharmaka zu nehmen.

"Die Verbindung von antipsychotischen Nebenwirkungen mit schlechter Ernährung, physischer Untätigkeit, starken Rauchens und anderen Faktoren, die mit psychotischen Krankheiten verbunden werden, zusammen mit sozioökonomischer Deprivation, hat eine verheerende Wirkung auf die kardiometabolische Gesundheit", entsprechend dem Leitartikel.

"Wenn vorhandene Neuroleptika benutzt werden müssen - zumindest für die absehbare Zeit - was kann getan werden, um ihre Wirkungen zu verbessern und die kardiometabolische Gesundheit der Patienten zu verbessern?" fragen die Autoren.

Die Alleinverantwortung für das Schützen der physischen Gesundheit von Patienten mit ernsten psychischen Krankheiten fällt oft den primären Versorgern zu, aber psychische Versorgungsteams müssen eine aktive Rolle in dieser Fürsorge annehmen, schlägt der Leitartikel vor. Zum Beispiel sollte die physische Gesundheit eines Patienten beurteilt werden, wenn sie psychische Fürsorge in Anspruch nehmen.

"Ein Mangel an Ausbildung in physischen Gesundheitsfragen ist bei psychiatrischen Ärzten und Krankenschwestern gleichermaßen zu beklagen. In Anbetracht der Vielfalt von Beweisen über die Verbindungen zwischen psychischer Verfassung, physischer Gesundheit und verschriebener Medikation, sollte die postpsychiatrische Ausbildung aktuelles Wissen über beweisbasiertes Management kardiometabolischer Krankheit beinhalten" schreiben die Autoren.

Sie schlossen: "Neuroleptika sind ein klares Risiko für die kardiometabolische Gesundheit. Dieses Risiko ist, leider zu oft, ein notwendiges. Aber der Kompromiss zwischen psychischem und physischem Wohl ist eines das kein Patient gezungen werden sollte zu machen. Die Geist-Körperdichotomie ist sowohl veraltet als auch gefährlich. Der Preis guter psychischer Verfassung darf nicht die lebenslängliche physische Krankheit sein."
Quelle: The Lancet, Feb. 2011
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