Lernstörungen

Dyslexie und IQ

Autor: Dipl.Psych. Christian Hilscher, Copyright

Legasthenie hängt wahrscheinlich nicht mit IQ zusammen

Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Störung) bzw. Dyslexie ist eine relativ verbreitete Diagnose unter amerikanischen Kindern, sie trifft auf etwa 5 bis 10 Prozent zu.

In der Vergangenheit wurde das Etikett Dyslexie auf Kinder angewendet, die hell und verbal verständlich waren, aber die sich mit dem Lesen schwertaten. Normalerweise schnitten diese Kinder gut bei IQ-Tests ab, aber sie erzielten niedrige Punktzahlen beim Lesen.

Für die Kinder, die schlecht bei IQ-Tests und auch niedrige Lese-Fähigkeiten hatten, glaubten Experten, dass die Leseschwierigkeiten lediglich ein Ergebnis von allgemeinen intellektuellen Beschränkungen waren.

Jetzt fordert eine neue Gehirnbildaufbereitungsstudie dieses Legasthenie-Verständnis heraus.

"Wir stellten fest, dass Kinder, die schwache Leser sind, dieselben Schwierigkeiten im Gehirn haben, die Klänge der Sprache zu verarbeiten, ob sie nun einen hohen oder niedrigen IQ hatten", sagte Massachusetts Institute of Technology Neuro-Wissenschaftler John D. E. Gabrieli Ph.D.

"Lese-Schwierigkeiten sind von anderen kognitiven Fähigkeiten unabhängig."
Diese Enthüllung könnte die Art ändern, wie Pädagogen allen schlechten Lesern helfen könnte.

Die Befunde von Gabriel und seine Kollegen werden in einer bevorstehenden Ausgabe von Psychological Science, einer Association for Psychological Science Zeitschrift herausgegeben.

Die Studie bezog 131 Kinder, etwa 7 bis 17 Jahre alt ein. Entsprechend einem einfachen Lesetest und einem IQ-Maß wurde jedes Kind zu einer von drei Gruppen zugeteilt - typische Leser mit typischen IQs; schlechte Leser mit typischen IQs; und schlechte Leser mit niedrigen IQs.

Ihnen wurden Wortpaare gezeigt, und sie gefragt, ob sie sich reimten. Die Schreibweisen zeigten keine verlässlichen Ähnlichkeiten an. Mit Hilfe von funktioneller Kernspintomographie oder fMRT beobachteten die Forscher die Aktivität in sechs Gehirnregionen, die wichtig sind beim Zusammenführen von Geschriebenen und Gehörten.

Die Experten stellten fest, dass schwache Leser in beiden IQ-Gruppen bedeutend weniger Gehirntätigkeit in den beobachteten Bereichen als typische Leser zeigten.

Jedoch gab es keine Differenz im Gehirn der schlechten Leser ohne Beachtung der IQs.

"Diese Befunde schlagen vor, dass ein spezifisches Leseproblem das Gleiche ist, ungeachtet dessen, ob Sie starke kognitive Fähigkeiten haben", sagte Gabrieli.

Die Forscher glauben, dass die Studie wichtige Auswirkungen auf Diagnose und Ausbildung von schwachen Lesern und damit Legasthenie hat.

Während Pädagogen üblicherweise Lese-und-Sprach fokusierte Interventionen anbieten um Dyslexie zu verbessern - um ihr Lesen auf das Leistungsniveau zu bringen zu bringen, was sie erwarten - könnten sie in Erwägung ziehen solche Heilungsmethoden für weniger "smarte" Kinder anzuwenden.

Wenn Lehrer verstehen, dass dieselbe Sache im Gehirn von allen schlechten Lesern vorsichgeht, könnten sie sehen, dass all jene Kinder durch dieselben Eingriffe profitieren könnten.

Da es schwer ist, gut zu lernen, wenn man nicht lesen kann, sind das gute Neuigkeiten für viele Kinder.
Quelle: Psychological Science, Okt. 2011
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