Rauschgifte und Drogen

Drogen und Emotionen

Autor: Dipl.Psych. Christian Hilscher, Copyright

Drogen-Konsumenten haben Probleme Emotionen zu lesen

Neue Forschung zeigt, dass Personen, die Drogen missbrauchen, Schwierigkeiten haben, Emotionen vom Gesichtsausdruck zu identifizieren.

Spanische Wissenschaftler von der Universität von Granada analysierten die Verbindung zwischen Drogenmissbrauch und die Erkennung von Basis-Emotionen (Glück, Überraschung, Zorn, Furcht, Traurigkeit und Ekel) durch Drogenbenutzer. Sie fanden heraus, dass die Drogenmißbraucher Schwierigkeiten hatten, Zorn, Ekel, Furcht und Traurigkeit über den Gesichtsausdruck zu identifizieren.

Weiterhin, regelmäßiger Missbrauch von Alkohol, Cannabis und Kokain beeinflusst normalerweise die kognitive Gewandtheit der Konsumenten (wie leicht es ist, über etwas nachzudenken) und Entscheidungsfindung. Cannabis und Kokain Konsum beeinflusst negativ das Arbeitsgedächtnis und das Nachdenken. Ebenso beeinflusst Kokainmissbrauch die Hemmungen.

Für den Zweck dieser Studie führten die Forscher eine neuropsychologische Auswertung (mit neurokognitiver Auswertung und emotionalen Verarbeitungstests) mit 123 Polysubstanz Mißbrauchern und 67 Testpersonen (ohne Drogenkonsum) mit ähnlichen sozialen und demographischen Hintergründen (Alter und Schulung) aus.

Die Zielbevölkerung waren Personen, die Drogen wie Kokain, Cannabis, Heroin, Alkohol, MDMA (Ecstasy) und Methamphetamin konsumierten, und die für zwei Rehabilitationssprojekte in der Provinz von Granada eingeschrieben waren.

Die Studie ergab, dass 70 Prozent der Drogenbenutzer eine Art neuropsychologischer Verschlechterung ohne Rücksicht auf die Art der konsumierten Substanz zeigte. Die Verschlechterung war am ausgeprägtesten im Arbeitsgedächtnis, aber Gewandtheit, Flexibilität, Planung, Multitaskingfähigkeit und Interferenz wurden auch beeinflusst.

Dr. J.M. Fernández Serrano, ein Psychologe und Chefforscher, denkt, dass die erhaltenen Ergebnisse "verwendet werden sollten, um politische und soziale Politik zu entwickeln, die darauf ausgerichtet ist, adäquate an das neuropsychologische Profil der Drogenmissbraucher angepasste Rehabilitationsprogramme zu fördern".

Die an der Universität von Granada betriebene Forschung ist die Erste gewesen, die das Vorherrschen psychologischer Verschlechterung bei in therapeutische Gemeinschaften eingeschriebenen Drogenbenutzern studiert.
Quelle: Universität von Granada, Feb. 2011
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