Psychopharmaka

Depression

Autor: Dipl.Psych. Christian Hilscher, Copyright

Johanniskraut und Citalopram nicht besser als Placebo bei Depression

In einer neuen klinischen Studie versagten Johanniskraut als auch das Antidepressivum Citalopram (Markennamen Cipramil (D), Seropram (A, CH), zahlreiche Generika (D, A, CH), Cipram (weltweit), Celexa (USA, Kanada)), dabei, Placebos beim Mildern von Symptomen geringfügiger Depression zu übertreffen. Die mit früherer Forschung konsistente Studie rät von der Verwendung von Psychopharmaka Medikamenten bei leichter Depression ab.

Die Studie konzentrierte sich ausschließlich auf geringfügige Depression und wurde von Mark Hyman Rapaport, M.D. und Kollegen des Cedars-Sinai Medical Center und David Geffen medizinischen Fakultät in Los Angeles; das Massachusetts General Hospital in Boston und der Universität von Pittsburgh ausgeführt.

Freiwillige in der Studie hatten mindestens sechs Monate bis zwei Jahren an geringfügiger Depression gelitten.

Geringfügige Depression wurde definiert, wenn eine Person zwei bis vier von den Symptomen zeigte, die verwendet werden, um Major Depression zu diagnostizieren. Für die Studie, wurde mindestens eines der Symptome gebraucht, um eine depressive Stimmung oder Anhedonie (keine Freude bei vergnüglichen Tätigkeiten) festzustellen.

Die Teilnehmer erhielten zufällig Johanniskraut, Citalopram oder ein Placebo (Zuckertablette). Keiner der Teilnehmer und auch das Behandlungspersonal wusste, wer welche Behandlung erhielt. Dreiundsiebzig Freiwillige beendeten die Probe.

Die Ergebnisse zeigen an, dass keine Behandlung eine andere übertraf; Teilnehmer aller drei Gruppen zeigten Verbesserungen bezüglich der Symptome, der Lebensqualität und psychischen Wohlgefühls während des Verlaufs der Studie.

In allen drei Behandlungsgruppen, jene einschließend, die mit Placebo behandelt worden sind, berichteten Patienten von Nebenwirkungen. Von der Johanniskraut-Gruppe berichteten weniger Empfänger von Nebenwirkungen (40 vs. 60 Prozent); jedoch berichteten die Johanniskrautteilnehmer von mehr Schlaf und gastrointestinalen Problemen als jene, die Placebos nahmen.

Diese Studie wurde finanziert vom National Institute of Mental Health und dem National Center for Complementary and Alternative Medicine, National Institutes of Health, USA.
Quelle: National Institute of Mental Health, August 2011
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