ABO-Psychologie

Der gute Chef

Autor: Dipl.Psych. Christian Hilscher, Copyright

Ein guter Chef sein? Bescheiden sein

Bescheidene Chefs sind effektiver und werden entsprechend neuer Forschungsergebnisse, mehr gemocht. Die neue Studie ist im Academy of Management Journal herausgegeben worden.

In der Studie fragten Forscher 16 Vorstandsvorsitzende, 20 Manager der mittleren Ebene und 19 der unteren, um im Detail zu beschreiben, wie bescheidene Führungspersonen am Arbeitsplatz arbeiten, und wie sich ein bescheidener Führer im Unterschied zu jemandem benimmt, der nicht bescheiden ist.

Obwohl die Chefs aus völlig verschiedenen Geschäftbereichen kamen, die sich von Industrie über Gesundheitsversorgung bis zu Finanzdienstleistungen erstreckten, stimmten sie alle darin überein, dass die Essenz der Demut einer Führungsperson die Fähigkeit ist, ein Rollenbild zu sein, um den Angestellten zu zeigen, wie man weiter wachsen und lernen kann.

"Zu wachsen und zu lernen schließt oft Fehler ein und kann peinlich sein", sagte Owens, Ph.D., assistant professor of organization and human resources der University of Buffalo School of Management. "Aber Führungspersonen, die ihre Ängste überwinden und ihre Gefühle mitteilen, während sie sich durch den chaotischen internen Wachstumsprozess durcharbeiten, werden vorteilhafter von ihren Angestellten betrachtet. Sie legitimieren die eigenen Wachstumsreisen ihrer Angestellten und haben Organisationen höherer Performance."

Die Studie fand heraus, dass einige bescheidene Führungspersonen wirksamer als andere waren.

Chefs, die jung, farbig oder weiblich waren, mußten andauernd ihre Kompetenz den Angestellten beweisen, ihr bescheidenes Verhalten wurde sowohl eher erwartet als auch weniger geschätzt. Im Gegensatz dazu hatten erfahrene weiße Männer, die bescheiden waren, einen hohen Nutzen bzw. Erfolg dadurch, dass sie Fehler zugaben, Angestellte lobten und zu lernen versuchten.

Die Studie fand auch heraus, dass die weiblichen Führungspersonen oft eine "Doppel-Bind", laut Owens, erfahren. Es wird erwartet, dass sie mehr Bescheidenheit als ihre männlichen Pendants zeigen, aber dann wurde ihre Kompetenz in Frage gestellt.

Die Forscher geben Führungspersonen den Rat: Sie können keine Bescheidenheit vortäuschen. Entweder wollen Sie auch selbst "echt" wachsen und sich entwickeln oder Sie wollen es nicht, und Angestellte reagieren dementsprechend.
Quelle: Academy of Management Journal, Dez., 2011
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