Psychopharmaka: SSRI

Antidepressiva (SSRI) und Thrombozytenaggregationshemmer

Autor: Dipl.Psych. Christian Hilscher, Copyright

Antidepressiva mit Blutverdünnern: Höheres Risiko für Herzpatienten

Herzinfarkt-Patienten, die sowohl Selektive Serotonin Wiederaufnahme-Hemmstoffe (Selective Serotonin Reuptake Inhibitor - SSRI) Antidepressiva als auch Thrombozytenaggregationshemmer oder Thrombozytenfunktionshemmer wie Aspirin oder Plavix (Clopidogrel) nehmen, haben ein höheres Risiko zu bluten, als jene, die nur Anti-Gerinnungs-Medikamente nehmen, stellt eine neue Studie fest.

Geläufig verschriebene Selektive Serotonin Wiederaufnahme-Hemmer sind z.B. Zoloft (Sertralin), Prozac (Fluoxetin), Paxil (Paroxetin) und Lexapro (Escitalopram) ein.

Blutverdünner, bzw. Thrombozytenaggregationshemmer oder Thrombozytenfunktionshemmer hindern Blutzellen daran, zu verklumpen und Blutgerinnsel zu bilden. Herzinfarkt-Patienten werden gewöhnlich Blutverdünner verschrieben, um ihr Risiko eines weiteren Herzinfarkts zu reduzieren. Aber es gibt ein gesteigertes Risiko für Blutungen, welches sogar durch andere Medikamente, die zur gleichen Zeit eingenommen werden, noch gesteigert werden kann.

Häufig haben viele Herzinfarktpatienten Depressionssymptome und ihnen werden Antidepressiva verschrieben, bemerken die Forscher der McGill Universität in Montreal.

"Wir sind immer besorgt wie andere Medikamente mit den Medikamenten interagieren, von denen wir wissen, dass sie für die Herzgesundheit und Erholung nach einem Herzinfarkt wesentlich sind", sagte Dr. Kirk Garratt, klinischer Direktor der kardiovaskulären Forschung am Lenox Hill Krankenhaus in New York City.

"Obwohl SSRIs bei nur einigen Herzpatienten verwendet werden, ist es wichtig zu erfahren, dass SSRIs das Risiko für Komplikationen, wie Blutungen, steigern lassen; dies kann wichtige Auswirkungen darauf haben, wie die Hilfe für Patienten nach Stenten und anderen Herzverfahren aussehen kann."

In der kanadischen Studie untersuchten die Forscher mehr als 27.000 Herzinfarktpatienten, 50 jährig und älter, und stellten fest, dass Patienten, die Aspirin oder Plavix (Clopidogrel) allein nahmen, ein ähnlich hohes Risiko zu bluten hatten. Aber wenn sie Selektive Serotonin Wiederaufnahme-Hemmer Antidepressiva und Aspirin nahmen, erhöhte sich das Risiko zu bluten um 42 Prozent, und das Einnehmen von SSRI mit sowohl Aspirin als auch Clopidogrel, erhöhte das Risiko um 57 Prozent.

Blutungen schlossen gastrointestinale Blutung, hämorrhagische Infarkte oder andere Blutungen ein, die eine Krankenhaus Behandlung erforderten oder im Krankenhaus auftraten während einer Behandlung.

Die Forscher stellten auch fest, dass das Risiko zu bluten niedriger bei Frauen und bei Patienten war, die eine Angioplastie nach ihrem Herzinfarkt hatten.

Die Studie erschien am 26. September im Canadian Medical Association Journal.

"Letztlich müssen Kliniker die Nutzen der SSRI Therapie gegen das Risiko von Blutungungen bei Patienten mit Major Depression, die einem akutem Herzinfarkt folgt abwiegen", schrieben die Forscher in einer Zeitschriftenpressemitteilung.

Sie drängten Ärzte dazu, vorsichtig beim Verordnen von Antidepressiva bei Herzinfarktpatienten, die Blutverdünner verkamen, zu sein.
Quelle: Canadian Medical Association Journal, Oktober 2011
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