Angststörung

Stadt: Angst, Stimmungsstörungen, Stress

Autor: Dipl.Psych. Christian Hilscher, Copyright

Stadtleben mit mehr Stimmungs- und Angststörungen verbunden

Menschen, die in Städten geboren und aufgewachsen sind, haben ein größeres Risiko in ihrem Leben eine Angst- oder Stimmungsstörung zu entwickeln, auf Grund der Wirkung, die das Stadtleben auf zwei Gehirnregionen, die Emotion und Stress regulieren, zeigt eine neue internationale Studie.

Die Befunde können zu neuen Wegen führen, die Lebensqualität für Stadtbewohner zu verbessern, laut den Forschern.

Vorherige Studien fanden heraus, dass städtische Bewohner ein 21-prozentiges gesteigertes Risiko für Angststörungen und ein 39-prozentiges gesteigertes Risiko für Stimmungsstörungen haben. Sie lassen fast zweimal die Rate der Schizophrenie auch mit Leuten vergleichen, die nicht in Städten leben, sagte Studienmitautor Jens Pruessner vom Douglas Mental Health University Institute in Montreal.

Er und seine Kollegen in Deutschland verwendeten funktionelle MRT, um die Gehirntätigkeit von gesunden Freiwilligen aus städtischen und ländlichen Gegenden zu studieren. Sie stellten fest, dass Stadtbewohner größere Stress-Reaktionen in der Amygdala, einem Bereich des Gehirns, das an der emotionaler Regulierung und der Stimmung beteiligt ist.

Die Forscher stellten auch fest, dass in der Stadt aufwachsen mit einer größeren Tätigkeit im Cingulate Cortex verbunden ist, welcher mit der Regulierung von negativer Stimmung und Stress verbunden ist.

Die Studie erscheint in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature.

"Diese Befunde zeigen, dass verschiedene Gehirnregionen in Bezug auf Stadt-Erfahrungen sensitiv sind, während verschiedener Zeiten über die Lebensdauer hinweg", sagte Pruessner in einer Douglas Pressemitteilung. "Diese Befunde tragen zu unserem Verständnis des städtischen Umweltrisikos für psychische Störungen und Gesundheit generell bei. Sie zeigen weiter auf einen neuen Ansatz, um Sozialwissenschaften, Neurobiologien und Politik zu koppeln, um auf die größere Gesundheitsherausforderung der Urbanisierung zu antworten."

Pruessner fügte hinzu, dass mehr Studien gebraucht werden, um die Befunde zu erweitern.
Quelle: Nature, Juli 2011
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