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Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
ICD 10

Auf dieser Seite finden Sie eine Einteilung des ICD 10 der WHO zu den psychischen und Verhaltensstörungen. Folgende Störungen werden klassifiziert (mit ICD-Schlüssel):
F94.0 Elektiver Mutismus, Selektiver Mutismus; F94.1 Reaktive Bindungsstörung des Kindesalters, Missbrauch von Personen, Normvariation im Muster der selektiven Bindung, Psychosoziale Probleme; F94.2 Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung, Gefühlsarme Psychopathie, Hospitalismus.




ICD-10 Klassifizierung der psychischen und Verhaltensstörungen

Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
(F90-F98)

F94.- Störungen sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
Es handelt sich um eine etwas heterogene Gruppe von Störungen, mit Abweichungen in der sozialen Funktionsfähigkeit und Beginn in der Entwicklungszeit. Anders als die tief greifenden Entwicklungsstörungen sind sie jedoch nicht primär durch eine offensichtliche konstitutionelle soziale Beeinträchtigung oder Defizite in allen Bereichen sozialer Funktionen charakterisiert. In vielen Fällen spielen schwerwiegende Milieuschäden oder Deprivationen eine vermutlich entscheidende Rolle in der Ätiologie.

F94.0 Elektiver Mutismus
Dieser ist durch eine deutliche, emotional bedingte Selektivität des Sprechens charakterisiert, so dass das Kind in einigen Situationen spricht, in anderen definierbaren Situationen jedoch nicht. Diese Störung ist üblicherweise mit besonderen Persönlichkeitsmerkmalen wie Sozialangst, Rückzug, Empfindsamkeit oder Widerstand verbunden.
Selektiver Mutismus

Exkl.: Passagerer Mutismus als Teil einer Störung mit Trennungsangst bei jungen Kindern ( F93.0 )
Schizophrenie ( F20.- )
Tiefgreifende Entwicklungsstörungen ( F84.- )
Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache ( F80.- )

F94.1 Reaktive Bindungsstörung des Kindesalters
Diese tritt in den ersten fünf Lebensjahren auf und ist durch anhaltende Auffälligkeiten im sozialen Beziehungsmuster des Kindes charakterisiert. Diese sind von einer emotionalen Störung begleitet und reagieren auf Wechsel in den Milieuverhältnissen. Die Symptome bestehen aus Furchtsamkeit und Übervorsichtigkeit, eingeschränkten sozialen Interaktionen mit Gleichaltrigen, gegen sich selbst oder andere gerichteten Aggressionen, Unglücklichsein und in einigen Fällen Wachstumsverzögerung. Das Syndrom tritt wahrscheinlich als direkte Folge schwerer elterlicher Vernachlässigung, Missbrauch oder schwerer Misshandlung auf.
Soll eine begleitende Gedeih- oder Wachstumsstörung angegeben werden, ist eine zusätzliche Schlüsselnummer zu benutzen.
Exkl.: Asperger-Syndrom ( F84.5 )
Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung ( F94.2 )
Missbrauch von Personen ( T74.- )
Normvariation im Muster der selektiven Bindung
Psychosoziale Probleme infolge von sexueller oder körperlicher Misshandlung im Kindesalter ( Z61 )

F94.2 Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung
Ein spezifisches abnormes soziales Funktionsmuster, das während der ersten fünf Lebensjahre auftritt mit einer Tendenz, trotz deutlicher Änderungen in den Milieubedingungen zu persistieren. Dieses kann z.B. in diffusem, nichtselektivem Bindungsverhalten bestehen, in aufmerksamkeitssuchendem und wahllos freundlichem Verhalten und kaum modulierten Interaktionen mit Gleichaltrigen; je nach Umständen kommen auch emotionale und Verhaltensstörungen vor.
Gefühlsarme Psychopathie
Hospitalismus

Exkl.: Asperger-Syndrom ( F84.5 )
Hyperkinetische Störungen ( F90.- )
Leichter Hospitalismus bei Kindern ( F43.2 )
Reaktive Bindungsstörung des Kindesalters ( F94.1 )

F94.8 Sonstige Störungen sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit
F94.9 Störung sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit, nicht näher bezeichnet




Die Erstellung erfolgte unter Verwendung der Datenträger der amtlichen ICD-10-Fassung des Deutschen Instituts für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI).











(c) by Diplom-Psychologe Christian Hilscher (2006)
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